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1955 geboren in paris
lebt und arbeitet in paris
(siehe auch www.edition-konkret.de)
statement

meine heutige arbeit versteht sich als eine kritische auseinandersetzung mit der konstruktiven malerei, durch die diese ein neues gültigkeitsfeld erhalten könnte, indem sie allzu illusionistischen spekulationen entzogen würde.

es gibt nämlich keine essenz des künstlerischen: kunst kann nichts aussagen über eine angeblich eigene welt, zu der wir ohne sie keinen zugang hätten. es gibt nur eine welt und kunst ist ein teil davon. kunst besitzt somit kein vorrecht auf gültigkeit, sondern muß sich die eigene daseinsberechtigung immer wieder neu erarbeiten.

diese arbeit strebt eine logische stringenz an, die nicht kunstspezifisch ist, sondern lediglich richtige oder falsche Sätze kennt - statt offenbarten wahrheiten und totalitären stummheiten. diesen stummheiten, diesem widerhall jenes wundervollen vacuums, das niemand ausloten mag, setze ich schweigen entgegen: tatsachen, die hinterfragt werden können.

wird dem bild jegliche ebenso geheimnistuerische als unwahrscheinliche bedeutung abgesprochen, so bleibt die frage nach dessen stringenz. die verwendung bildkonstitutiver elemente, die keinen anderen bezug haben als sich selbst, soll die kontingenz und deren folge vermeiden: die willkür - das autoritäre aufzwingen provisorischer ordnungen.

diese elemente, deren auswahl auf der fähigkeit beruht, aus einem kontinuum herausgesondert zu werden (senk- oder waagerechte, primärfarben oder schwarz-weiß), werden zu parametern eines vorgangs, der die zufälligkeit vorzieht, um der willkür zu entgehen. beim fehlen jeglicher hierarchie ist das prinzip der zufälligkeit, dem die tat scheinbar überlassen wird, das einzige mittel, gleichwertigkeit zu ordnen.

die kohärenz des bildes wird somit nicht mehr aus einem rechtfertigenden deutungskonsens erarbeitet, sondern anhand der nachvollziehbarkeit des vorgangs: das visuelle ergebnis ist logisches abbild davon und als solches stringent. das Auge braucht nur dem vorgang nachzuspüren und sich die entsprechenden fragen zu stellen, statt zu schwelgen.

knut navrot, juni 2001

(übersetzung: wolf fruhtrunk)
limite occ. 60
2003
acryl auf papier
16 x 12 cm
limite occ.25-36
2001
acryl auf papier über holz
46 x 46 cm
installation

limite occ.1-479 001 600
2001
acryl auf papier über holz
12 Teile á 30 x 30 cm